AMC: Die moderne Alternative zu ETFs und Anlagefonds?
In der Schweizer Investmentlandschaft etabliert sich ein neuer Standard: Actively Managed Certificates (AMCs). Während passive ETFs und klassische Anlagefonds jahrzehntelang das Mass der Dinge waren, greifen immer mehr Vermögensverwalter und qualifizierte Anleger zu AMCs. Doch was macht diese strukturierten Produkte so attraktiv, und können sie die etablierten Fondslösungen wirklich ersetzen?
Das Beste aus zwei Welten?
Ein AMC kombiniert die Dynamik eines aktiv verwalteten Fonds mit der Effizienz und Handelbarkeit eines Zertifikats. Im Gegensatz zu einem ETF, der meist starr einen Index abbildet, erlaubt ein AMC dem Portfolio Manager, die Strategie in Echtzeit anzupassen. Gleichzeitig umgeht es die oft träge und teure Administration klassischer Anlagefonds.
Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) bietet hierfür spezialisierte Plattformen an, die es ermöglichen, Anlagestrategien mit höchster Flexibilität und Transparenz umzusetzen.
Der grosse Vergleich: AMC vs. ETF vs. Fonds
Die Wahl des richtigen Gefässes hängt massgeblich von den Zielen des Anlegers ab. Hier die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
| Merkmal | AMC (Actively Managed Certificate) | ETF (Exchange Traded Fund) | Klassischer Anlagefonds |
|---|---|---|---|
| Management | Aktiv & hochflexibel | Meist passiv (Indexabbildung) | Aktiv (oft träger) |
| Kosten | Sehr tief (oft 30–50% unter Fonds) | Sehr tief | Höher (Management- & Depotgebühren) |
| Time-to-Market | Extrem schnell (2–3 Wochen) | Langwieriger Prozess | Monate bis Jahre |
| Rechtliche Struktur | Schuldverschreibung (Emittentenrisiko) | Sondervermögen (kein Emittentenrisiko) | Sondervermögen |
| Asset-Klassen | Nahezu unbegrenzt (inkl. Nischen) | Meist liquide Standardwerte | Breite Auswahl |
Warum AMCs den Trend anführen
Der Siegeszug der AMCs in der Schweiz lässt sich auf drei Kernfaktoren zurückführen:
- Kosteneffizienz: Durch den Wegfall komplexer Fondsstrukturen und Aufsichtsgebühren sind AMCs deutlich günstiger in der Erstellung und Verwaltung. Diese Ersparnis schlägt sich direkt in einer höheren Nettorendite für den Anleger nieder.
- Assetization: AMCs ermöglichen es, auch illiquide oder komplexe Themen (wie Private Equity, Krypto oder spezifische Themenbaskets) schnell investierbar zu machen. Ein ETF ist hier aufgrund regulatorischer Hürden oft zu unflexibel.
- Individualisierung: Während Fonds Massenprodukte sind, erlauben AMCs massgeschneiderte Strategien («White Labeling»), die exakt auf die Bedürfnisse eines Kundenstamms zugeschnitten sind.
Fazit: Ablösung oder Ergänzung?
Sind AMCs «besser» als ETFs oder Fonds? Für Anleger, die eine kosteneffiziente, hochflexible und aktiv verwaltete Strategie suchen, lautet die Antwort oft: Ja. AMCs schliessen die Lücke zwischen dem starren ETF und dem teuren Anlagefonds.
Dennoch bleibt ein wichtiger Punkt: Das Emittentenrisiko. Da AMCs rechtlich Schuldverschreibungen sind, ist die Bonität des Herausgebers (z. B. ein AAA-Rating der ZKB) entscheidend. Für sicherheitsorientierte Anleger, die das Sondervermögen-Privileg eines Fonds priorisieren, bleiben ETFs und klassische Fonds die erste Wahl. Wer jedoch Performance und Flexibilität sucht, kommt am Trend-Thema AMC nicht mehr vorbei.
Quellen
- ZKB Zertifikate – AMC Angebot
- Everon AG – Vorteile von AMCs für Investoren
- VZ VermögensZentrum – ETF oder Fonds